Die Fussbroichs
Am Alltag der Kölner Familie Fussbroich erfreuten sich deutsche Fernsehzuschauer in den 90er Jahren. Fred, Annemie und Frank sind die Helden der “einzig wahren Familienserie”. Die Fussbroichs sind waschecht kölsch, sie reden, wie sie immer reden, ob mit oder ohne Kamera vor der Nase und die Themen sind weltumspannnend: Fitnessstudio, Urlaub, Autos. Als die Regisseurin Ute Diehl Anfang der neunziger Jahre die Familienserie “Die Fussbroichs” entwarf, gab es Fernsehformate wie Reality-TV und Doku-Soap noch nicht.
1979 dreht Diehl den ersten Film mit der realen Familie Fussbroich. Es ging um eine Dokumentation für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) zum Thema “Überfluss an Spielzeug im Kinderzimmer”. Zehn Jahre später kam die Autorin auf die Familie zurück und es begann 1990 die eigentliche Serie, die in 30-minütigen Folgen das Arbeiten und Leben einer “typischen Arbeiterfamilie” zeigte. Es gab keine Vorbilder für diese Form, in der dokumentarisches Material mit den dramaturgischen Mitteln der Fiktion gestaltet und in Serie erzählt wurde.
Die Autorin ließ ausschließlich die Bilder und die Familie für sich “sprechen”. Auf Kommentare oder Untertitel wurde verzichtet. Der unspektakuläre Alltag der Familie wurde unterhaltsam, aber nicht aufdringlich inszeniert, wobei Wert darauf gelegt wurde, die Würde der Darsteller zu erhalten. Auf die Präsentation von “Familienskandalen” oder von peinlichen Situationen wurde ebenso verzichtet wie auf Aufnahmen, die die Personen mit Absicht der Lächerlichkeit preisgaben.
Insgesamt wurden über die Jahre 100 Folgen gedreht. Nach der 17. Staffel wurde 2001 die Produktion eingestellt. Die Autorin, Regisseurin und Produzentin Ute Diehl wurde 1992 mit dem Adolf-Grimme-Preis für ihre Arbeit ausgezeichnet.
Die Fussbroichs in der Internet Movie Database
Episoden-Übersicht
Fotogalerie des WDR



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