Mondbasis Alpha 1

Mondbasis Alpha 1Im Schatten des allgegenwärtigen “Raumschiff Enterprise”, bzw, “Star Trek”, lief Ende der 70er Jahre in Deutschland die britische Sci-Fi-Produktion “Mondbasis Alpha 1“. Was für einee Serie! Charakter-Darsteller Martin Landau gab den Commander Koenig, Laser-Waffen in der Form von Schlagringen wurden abgefeuert, eine Gestaltwandlerin zog ein und in der zweiten und letzten Staffel tapste ein gar gruseliges Monster über die Mondbasis-Flure über das man sich heutzutage kaputtlachen kann, das damals aber Alpträum­e in kleinen Kinderseelen hervorrufen konnte. Die Serie wurde in den USA von 1975 bis 1977 ausgestrahlt und brachte es auf insgesamt 48 Folgen. In Deutschland zeigte das ZDF 1977/78  davon nur 30 Folgen.

“Mondbasis Alpha 1″ heißt auf Englisch “Space 1999” und in genau diesem Jahr beginnt die Serie. Ähnlich wie beiMondbasis Crew Stanley Kubricks Meisterwerk “2001 – Odysee im Weltraum” haben wir die Science-Fiction hier bereits um einige Jahre eingeholt. Aus Sicht der Siebziger jedenfalls gibt es 1999 auf dem Mond eine bemannte, große Basis, die von Menschen bewohnt wird. Das Ganze hat einen durchaus brisanten Hintergrund. Fremde Länder haben Terroristen angeheuert, die die “saubere” Atom-Energie (Siebziger Jahre!) in Verruf bringen sollen und die Anschläge auf Atom-Müll-Lager verberiten. So will es das Drehbuch Mitte der Siebziger! Um keine Anschlagsziele mehr zu bieten, wird das gesamte strahlende Material auf den Mond geschafft, bewacht von der Mondbasis Alpha. Die Mondbasis ist außerdem ein Forschungszentrum, um den Mond als Vorposten für Eroberung des Weltraums nutzbar zu machen.

Wähenred die Forscher eine interstellare Reise zu einem fernen Planeten vorbereiten, grassiert eine tödliche, mysterische Krankheit, die die Opfer wahnsinnig werden läßt. Die Regierung will die Sache naturgemäß vertuschen, um die anstehende Weltraum-Mission nicht zu gefährden. Die Serie beginnt, als der neue Commander John Koenig (Martin Landau) zur Mondbasis Alpha versetzt wird. Seine Frau ist bei einem Terror-Anschlag auf der Erde ums Leben gekommen. Der Wissenschaftler Victor Bergman (Barry Morse) und die grauhharige Ärztin Helena Russell (Barbara Bain) entdecken, dass die Krankheit ihren Ursprung in dem verstahlten Material hat, das auf dem Mond gelagert wird. Koenig will die Lage entschärfenen und das gefährlicheliche Material großfllächig auf dem Mond verteilen, um die Konzentration der Strahlung zu mildern. Doch es ist zu spät. Der eingelagerte Atommüll fiegt nach einem Unfall mit einem Transport-Raumschiff in die Luft. Die Wucht der Explosion schleudert den Mond samt Mondbasis aus der Erdumlaufbahn in den Weltraum hinaus.

Die weiteren Folgen der Serie drehen sich nun darum, wie der Mond samt Mondbasis ziellos durch den Weltraum fliegt. Dabei werden mittels Raum-Zeit-Spünge auch große Distanzen überwundnenden und sogar in der Zeit gereist, so dass die armen Mond-Menschen zwar ab und zu wieder an der Erde vorbeikommen, aber eben zur falschen Zeit. Der Wissenschaftler Bergmann, Commander Koenig und Doktor Russell, zwischen denen sich eine Romanze anbahnt, sowie der coole Raumpilot Alan Carter (Nick Tate) bilden das Hauptpersonal, um das sich die Geschichten drehen. In der zweiten Staffel kommt mit der Gestaltwandlerin Maya (Catherine Schell), die sich in andere Personen oder auch in Tiere und Weltraum-Monster verwandeln kann, eine weiterer interessanter Charakter hinzu. Hier ein kleiner Zusammenschnitt, in dem sich Maya u.a. in haarige Monster, Käfer, eine Maus, einen Panther und eine Art Yeti verwandelt…

Adler RaumschiffDie fantasievolle Serie brachte es leider nur auf zwei Staffeln mit je 24 Folgen. Das ZDF strahlte davon Ende der 70er insgesamt nur 30 Folgen aus und die sogar größtenteils gekürzt. Mittlerweile sind alle Folgen ungekürzt als DVD-Edition zu haben. Beachtenswert an der Serie ist mehrerlei. Zum einen waren die Charaktere für eine SciFi-Reihe doch recht differenziert ausgearbeitet und die Drehbbücher sehr fantasievoll und originell. In jeder Folge war es wieder aufs Neue spannend und überraschend mit welchen galaktischen Problemen sich die Mond-Menschen konfrontiert sahen. Außerdem verführte die Reihe in aufregendes Produktions-Design. Die grauen Anzüge mit den einfarbigen Reißverschlüssen, die Bauten aus den Siebzigern und die knallroten Raumanzüge und sind eine Schau für sich. Die Mondbasis-Deko wurde viel später für James-Bond-Streifen “Moonraker” nochmal recyclet. Besonders gelungen ist freilich das Design der Adler-Raumschiffe, die eine Art Container zu verschiedenen Zwecken an- und abdocken konnten. Die Dinger sehen auch nach heutigen Maßstäben noch ziemlich cool aus (siehe Foto links).

Die Website zur DVD-Box
Mondbasis Alpha 1 bei Wikipedia

Viele Tricks wirken heutzutage naürlich eher unfreiwillig komisch. Der unbeholfene Bild-Schnitt ins Auge der Gestaltwandlerin mutet im Zeitalter der Computertricks geradezu grotesk an. Man hatte eben weder das Geld noch die technischen Möglichkeiten des Computer-Morphing. Ebenso lachhaft sind die tapsigen Weltraum-Monster aus der zweiten Staffel. Das Retro-Design und die Stories können SciFi-Fans aber auch heute noch begeistern. Als Siebenjähriger in den Siebzigern war die Serie ein Knaller! Hier ein besonders gelungener Auftritt eines Weltraum-Ungetüms, das entfernt an den Frosch mit der Maske erinnert:

Hier noch der coole Vorspann zur zweiten Staffel, inkl. toller Siebziger-Mucke: