Ein Kessel Buntes

Ein Kessel BuntesTrotz aller sozialistischen Bildungsaufträge – das DDR-Fernsehen hat auch große Fernsehunterhaltung hervorgebracht. “Ein Kessel Buntes” war die Vorzeigeshow des DDR-Fernsehens. Sie zauberte ein seltenes internationales Flair auf die ostdeutschen Bildschirme. Sie wurde sechs Mal jährlich als öffentliche Veranstaltung in verschiedenen großen Hallen der Republik produziert und wechselte sich monatlich ab mit “Da liegt Musike drin“. Von Anfang an als Aushängeschild der DDR-Unterhaltung und Konkurrenz zu den Primetime-Sendungen aus dem Westen konzipiert, wurden keine Kosten und Mühen gescheut: Internationale Stars – auch aus dem kapitalistischen Ausland – wurden verpflichtet.

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Die Unterhaltungssendung – ein bunter Mix aus Show, Musik und Satire – wurde am 22. Januar 1972 erstmals im Ersten Programm des Fernsehens der DDR ausgestrahlt. 29 Folgen lang führten als Moderatoren die drei “Dialektiker” Horst Köbbert (plattdeutsch), Manfred Uhlig (sächsisch), und Lutz Stückrath (berlinerisch) durch die Sendung. Mit ihren kritisch-satirischen Anmerkungen eckten sie aber bei den Politbürokraten öfters an.

Später zeichnete sich die Show durch kontinuierlichen Wechsel der Moderatoren aus. Diese waren teilweise aus anderen Shows, Serien oder Filmen bekannt, darunter Dagmar Frederic, Helga Hahnemann, Willi Schwabe, Petra Kusch-Lück, Wolfgang Lippert , O. F. Weidling, Dorit Gäbler, Heinz Rennhack und Gunther Emmerlich. Höhepunkte der Shows blieben die Auftritte der Gast-Stars. “Der Kessel”, wie er oft kurz genannt wurde, fand unter den Zuschauern großen Zuspruch.

Gut 18 Jahre nach der ersten Sendung – die Mauer war inzwischen gefallen – wurden Konzept und Name der Sendung von der ARD übernommen. “Ein Kessel Buntes” mit dem Moderator Karsten Speck und dem Medienpartner “Lotterie Glücksspirale” wurde zwischen Januar 1991 und Dezember 1992 insgesamt noch zehn Mal als Samstagabendshow gesendete. Danach war endgültig Schluss – der Kessel Buntes hatte es auf 118 produzierte Folgen gebracht.