Ein Herz und eine Seele
Ein reaktionärer bundesdeutsche Spießer, seine einfältige Ehefrau, die emanzipierte Tochter und der von den 68ern geprägten, sozialistisch gesinnte Schwiegersohn .. das sind die “Tetzlaffs”. Alfred Tetzlaff (Darsteller: Heinz Schubert) lebt zusammen mit seiner Frau Else (Darstellerin: Elisabeth Wiedemann), Tochter Rita Darsteller: (Hildegard Krekel) und Schwiegersohn Michael (Darsteller: Dieter Krebs) in einem Reihenhaus einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet. Ob Sozis, Langhaarige, Gastarbeiter usw., zu allem hat Alfred seine eigene, besserwisserische Meinung… und sagt sie auch. Seine Frau Else und Tochter Rita haben da wenig zu lachen mit dem Haustyrann. Und mit Michael ist der Streit vorprogrammiert, schließlich ist der ein “langhaarige Anarchist” aus der “Ostzone” und darüber hinaus noch “Sozi”. Dennoch sind alle “Ein Herz und eine Seele”.
1973 eroberte die Serie im Sturm die Herzen der Republik und wurde ein echter Straßenfeger. Zunächst nur in schwarzweiß für das 3. Programm des Westdeutschen Rundfunks produziert, durfte “Ekel Alfred” – so inzwischen sein Spitzname – ab Silvester 1973 dann in Farbe auch bundesweit in der ARD meckern und nörgeln. Insgesamt brachte es die Serie in einer ersten Staffel (1973-1974) auf 21 Folgen. Einige Folgen der Schwarzweiß-Produktion wurden dabei in Farbe aktualisierte.
1976 wurden in einer zweiten Staffel insgesamt vier weiteren Folgen produziert. Dabei wurde Ehefrau Else von Helga Feddersen und Schwiegersohn Michael von Klaus Dahlen gespielt. Diese Folgen erreichten aber bei weitem nicht den Kultstatus der ersten Staffel. Nicht zuletzt deshalb wurde die Serie eingestellt. Die ersten Sendungen hingegen gehören heute noch zu den Rennern in allen ARD-Programmen… und werden regelmäßig wiederholt.
Autor von “Ein Herz und eine Seele” ist Wolfgang Menge. Er adaptierte dafür “Till death do us part” (“Bis der Tod uns scheidet”), eine Comedyserie die Mitte der 60er Jahre nach einer Idee von Johnny Speight in Großbritannien von der BBC produziert worden war und von dem ständig nörgelnden Alf Garnett handelte. In den USA liefen die Episoden mit dem konservativen Archie Bunker und seiner Familie zwischen 1971 und 1983 unter dem Titel “All in the family” (“Es bleibt in der Familie”).
Den bissigen Humor des Originals reicherte Menge dabei mit politischen Untertönen an. In alltägliche Situationen wurden politische Ereignisse eingewoben, manchmal tagesaktuell. Soziale und gesellschaftliche deutsche Probleme wurden aus dem Blickwinkel der “kleinen Leute” karikiert.
Nicht nur dieser gesellschaftpolitische Ansatz polarisierte: Die einen ergötzten sich an der Karikatur des hässlichen Deutschen, die anderen befürchteten durch “Ekel Alfred” die Bestärkung reaktionärer Tendenzen. Auch Moral und Anstand standen auf dem Spiel. Schließlich nahm erstmals Alfred nicht nur diverse “harmlose” Schimpfworte in den Mund (“Du dusselige Kuh”), nein es fielen auch Worte wie “Scheiße” und “Arschloch”.
“Ein Herz und eine Seele” in der Internet-Movie-Datenbank
Episodenführer für die erste Staffel
Diaschau mit Szenenbildern
Ausschnitt aus “Till death do us part”
Ausschnitt aus “All in the family”



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