Eine schrecklich nette Familie
“Lebensende mit drei Buchstaben?”- diese Frage aus dem Kreuzworträtsel würde Al Bundy (Ed O’Neill) spontan mit “EHE” beantworten. Armer Al: Geschlagen mit dem arbeitsscheuen, rothaarigen, sexbesessenem “Ehe-Moster” Peggy (Katey Sagal), einer äußerst attraktiven, aber total unterbelichteten Tochter – “Dumpfbacke” Kelly (Christina Applegate) – und dem ewig pubertierenden Pechvogel Bud (David Faustino) als Sohn fristet er sein Leben als amerikanischer Damenschuh-Verkäuferin in einem Vorort der amerikanischen Großstadt Chicago. Ständige Gäste im Hause der Bundys sind Nachbarin Marcy (Amanda Bearse), eine erfolgreiche Bankangestellte, sowie ihr erster Ehemann Steve (David Garrison), den in späteren Folgen Jefferson (Ted McGinley) ablöste. Kaum eine sexistische Anspielung, kein zotiger Gag, kein Vorurteil und kein Klischee werden ausgelassen – trotzdem: man(n) muss Al einfach lieben (und bemitleiden)… oder sonst besser den Fernseher ausschalten, wenn einer der unendlichen Wiederholungen der Episoden vom Leben “einer schrecklich netten Familie” über den Schirm flimmert.
Die Geburtsstunde der Serie – im amerikanischen Original “Married… with Children” – liegt in der zweiten Hälfte der 80er. Den Produzenten Ron Leavitt und Michael G. Moye und dem Sender Fox schwebte einen “Familienserie” vor, die “anders” sein sollte, als die seinerzeitigen Storys a la “The Cosby’s” – weg von der Präsentation einer unrealistischen “heilen Welt” und “Friede, Freude, Eierkuchen”. So kam etwas heraus, das den Bogen gerade in die andere Richtung überspannte.
Der Loser Al ist dazu verurteilt, resigniert in seiner eigenen kleinen Welt zu leben: Schuhladen mit fetten, nörgelnden Kundinnen, das unsägliche Familienleben mit seinen regelmäßigen Tiefen und kleinen Höhen. So verwirklicht er selbst in seinen Erinnerungen, Träumen und der Flucht aus dem Alltag: die vier Touchdowns in einem Spiel auf der Polk High School, sein uralter Doge, die TV-Serie “Psycho Dad”, sein Tittenmagazin, sein Klo, Bier, Bowling, ein saftiges Steak, der Besuch der lokalen Nacktbar oder ein Engagement im antifeministischen Verein “No Ma’am”( Nationale Organisation von Männern gegen Amazonen-Herrschaft). – Bei all dem ist Al trotzdem ein rührender Familienvater.
Nach einem Pilot – mit teilweise anderen Darstellern flimmerte die erste Folge am 5. April 1987 über die amerikanischen Bildschirme. Es folgten in insgesamt elf Staffeln 259 Episoden.
In Deutschland lief die Serie in Teilen erstmals 1992 (damals bei RTL). Seitdem gehört sie zum festen Repertoire der Privaten. Alle Folgen wurden inzwischen in Deutschland gezeigt
Wenn auch Al immer ein armer Schlucker blieb – die Darsteller machte die Serie reich. Bis zu einer halben Millionen Dollar Gage soll Ed O’Neill zuletzt pro Episode erhalten haben. Nicht zuletzt wegen dieser hohen Gagenforderung, bei gleichzeitigem Zuschauerrückgang ist die Serie im Frühjahr 1997 eingestellt worden.
“Nachfolger” wurde1995 bis 1999 in insgesamt 100 Folgen “Auf schlimmer und ewig” (Original: Unhappily Ever After). Es war ein 1:1-Abklatsch des Erfolgsmodells. Aber – wie immer in solchen Fällen: Der Erfolg blieb auf der Strecke.
Deutsche Fanpage
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Offizielle Homepage|http://www.sonypictures.com/tv/shows/marriedwithchildren/
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