Ziehung der Lottozahlen
Eine äußerst karge Handlung, keine handelnden Personen, eine Dauer von nur wenigen Minuten, keine Wiederholungen – und doch eine der traditionsreichsten Sendungen im deutschen Fernsehen. Die Rede ist von der Ziehung der Gewinnzahlen der im Deutschen Lotto- und Totoblock zusammengeschlossenen Lotterieunternehmen, die jeden Samstag und Mittwoch Millionen von Zuschauern vor den Bildschirm lockt. Das Samstags-Lotto wird vom Hessischen Rundfunk live aus Europas höchstem Fernsehstudio im 53. Stockwerk des Main Towers in Frankfurt am Main übertragen. Für die Übertragung des Mittwochs-Lotto zeichnet das ZDF verantwortlich.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in Deutschland versucht, die Klassenlotterien wieder zu beleben. Doch da das Interesse daran zunächst gering war, entschlossen sich die Länder ab 1953 wieder dazu, das so lange verbotene Zahlenlotto neu einzuführen. Die ersten Lottozahlen wurden noch von Hand aus einem “Ziehungs-Rad” gezogen, eine elektromechanisch angetriebene Acryl-Trommel kam das erste Mal am 6. Januar 1957 zum Einsatz. Traditionell geschieht die Ziehung der Lottozahlen in öffentlichem Räumen. Das Fernsehen war jedoch noch nicht dabei
Erst am 4. September 1965 begann die Live-Übertragung der Ziehung der Lottozahlen. Ein Kamerakran im Studio fängt die Kulisse ein und sorgt außerdem dafür, dass kein Moment der unter notarieller Aufsicht stattfindenden Ziehung für den Zuschauer unbeobachtet bleibt. Über 40 Jahre lang hatte sich am Stil und Ablauf kaum etwas geändert. Er gleicht schon fast einem Ritus. Und immer gehört der Satz dazu: “Der Aufsichtsbeamte hat sich vor der Ziehung vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes und der 49 Kugeln überzeugt.”
Im Laufe der Geschichte der TV-Übertragung gab es allerdings zahlreiche Veränderungen im Studio. Erstmals gründlich neu gestaltet präsentierte sich die Lottosendung am 24. Mai 1986: Es verschwanden die Holzklötzchen auf dem Studiotisch, in einer Dekoration aus transparentem Acryl-Material und einer elektrischen Anzeigetafel waren die gezogenen Zahlen nachzulesen.
Ab dem 7. September 1996 erschien die Lottosendung abermals in einer neuen Aufmachung. Im Studio live gezogen werden seither nicht nur die “6 aus 49″ und die “Superzahl”, sondern auch die Gewinnzahl des “Spiels 77″. Die Gewinnzahlen der Lotterien “Super 6″ und “GlücksSpirale” werden noch vor der Ziehung in Saarbrücken und in München ermittelt und in der Sendung – “ohne Gewähr” – mitgeteilt.

Zum 2. November 2002 gab es abermals einige Veränderungen bei Studiodesign und Licht bis schließlich seit dem 2. April 2005 die Ziehung mit einem völlig neuem Konzept ganz oben angekommen ist, knapp 200 Meter über der Erde, im “hr-studio Main Tower”.
Die Geschichte des Mittwochslottos beginnt am 28. April 1982. Seither überträgt das ZDF jeden Mittwoch live die Alternative bzw. Ergänzung zur Ziehung der Glückszahlen am Samstag.
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Traditionell wird die Ziehung moderiert. Der Volksmund hat den Begriff “Lottofee” für Fortunas Glücksbotin geprägt. Bis 1967 bezauberte Karin Dinslage, dann sogar drei Jahrzehnte lang Karin Tietze-Ludwig. Aktuell teilen Franziska Reichenbacher samstags und Heike Maurer mittwochs dem deutschen Fernsehpublikum mit, welche Lottozahlen die glücklichen Gewinner überraschen.
Und wie die Konsequenzen sind wenn man gewonnen hat, sieht man hier:


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