HB-Männchen
Es gab Zeiten, da war das Rauchen noch unbeschwert möglich. Niemand sprach von “Krankheit” oder “Blästigung”. Ganz im Gegenteil: Rauchen befreit, entspannt und löst Probleme.
So jedenfalls suggerierte es das HB-Männchen, mit dem der Tabakwarenhersteller BAT (British American Tobacco) zwischen 1957 und 1984 die Zigarettenmarke “HB” bewarb. Allerdings gab es ab Mitte der 70er nach dem Werbeverbot für Tabak im Fernsehn die Kultfigur nur noch im Kino.
Bruno – so sein Spitzname – war die wohl bekannteste Werbefigur. Bei einer Erhebung in den 60er Jahren kennten ihn 96 Prozent der Befragten – jeder Politiker würde sich ein solche Ergebnis wünschen…
Die insgesamt rund 500 Werbefilme liefen immer nach gleichem Muster ab: Bruno schlug sich mit irgendeiner alltäglich Situation herum. Dauernd ging was schief, klappte nicht, Bruno verzweifelte und ging buchstäblich “in die Luft”.
Eine besänftigende Stimme aus dem Hintergrund lieferten dann den Slogan: “Halt, mein Freund! Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Greife lieber zur HB!”. Entspannt glitt dann Bruno zum Boden zurück und “alles geht wie von selbst” – wie der Slogan dann weiterging.
Brunos cholorerisches Aufbrausen und schimpfendes Gebrabbel war unverständlich. Die Legende spricht davon, dass dafür eine arabische Sprachaufnahme verwendet wurde, die rückwärts und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt wurde.
Bruno hat den Weg in den deutschen Wortschatz gefunden: “In die Luft gehen wie ein HB-Männchen” wurde zum Sprichwort.
Schöpfer des HB-Männchen war der deutsche Trickfilmregisseur Roland Töpfer, der auch einem Teil der Figuren von Loriot Leben eingehaucht hat.
PS:
Bruno hatte übrigens einen Vorgänger als “HB-Männchen”: einen – ebenfalls gezeichneten – hektischen Geschäftsmann, der aber schnell von den Bildschirmen verschwand.


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